Wann und warum schimpfen die Deutschen?

Die Deutschen sind nicht anders als andere Menschen. Sie schimpfen zum Beispiel:
  • Wenn sie etwas vergessen
  • Wenn sie etwas verlieren
  • Wenn jemand zu spät kommt
  • Wenn die U-Bahn sehr voll ist
  • Wenn etwas kaputt geht
  • Wenn etwas sehr teuer ist
  • Wenn das Wetter schlecht ist
  • Wenn jemand oder etwas sie ärgert
  • Wenn sie länger arbeiten müssen
  • Wenn etwas nicht nach Plan funktioniert

Deutsche schimpfen oft über das Wetter, die Politiker, die öffentlichen Verkehrsmittel, das Essen in der Arbeitskantine, ihre Kinder, die Schule oder die Lehrer ihrer Kinder, schlechten Service, hohe Preise, ihre Nachbarn, die Haustiere der Nachbarn, usw. Aber in diesen Situationen benutzen sie nicht unbedingt Schimpfwörter. Manchmal beklagen sie sich nur, regen sich auf, meckern, motzen oder lästern. Wenn du mehr Synonyme für schimpfen kennenlernen möchtest, kannst du hier suchen.
  • Worüber schimpfen Menschen in deinem Land?
  • Schreibe die Definitionen von sich beklagen, sich aufregen, meckern, motzen, lästern, schelten, anbrüllen, wütend werden, toben und anpöbeln in dein Heft. Du kannst dafur Pons online oder Leo (auch auf deinem Handy) benutzen.

Wie schimpfen die Deutschen?

Viele Lateinamerikaner denken, dass die Deutschen sehr langweilige und simple Schhimpfwörter haben, aber das ist nicht so. Sie erfinden manchmal sogar sehr komplexe und kreative Beleidigungen. Sprachwissenschaftler behaupten, dass es mehrere Gruppen von Schimpfwörtern gibt.

Tiernamen

Welche negative Eigenschaften assoziieren wir mit diesen Tieren?
  • der Hund
  • das Schwein
  • das Wildschwein
  • die Sau
  • der Ochse
  • die Kuh
  • der Esel
  • der Hahn
  • die Gans
  • die Ziege
  • die Schlange
Ist das in allen Kulturen gleich? Welche Tiere haben in deiner Kultur ein negatives Image?

Flüche oder Gotteslästerungen

Ein Fluch (=curse, condena) ist ein schlechter Wunsch für jemanden und eine Gotteslästerung oder Blasphemie ist das Schimpfen auf Gott. In diese Kategorie fallen folgende Äusserungen:
Um Gottes Willen! (Um Himmels Willen)!
Herrgott nochmal!
Verdammt (noch mal)!
Geh zum Teufel!

Tabubrüche

Gotteslästerungen sind manchmal auch Tabubrüche. Auch das Brechen von sozialen Normen ist ein Tabubruch. Wenn man zum Beispiel schlecht über Frauen, Behinderte oder bestimmte Gruppen spricht, ist das ein Tabubruch. Rassistische Witze und Ausdrücke gehören auch in diese Gruppe. Einige Beispiele:
Du Opfer!
Du Assi!
Nigger/Neger
Du schwule Sau!

Fäkalsprache

Ganz einfach. Hier sind ein paar Beispiele:
Scheisse!
Arschloch!
Verpiss dich!
Rotznase!
Das ist zum Kotzen! Das kotzt mich an!
Suche die Bedeutung von folgenden Wörtern: der Pups, der After, pfurzen, stinken, kacken, rülpsen, eklig, schleimig, dreckig. Sind es Verben, Substantive oder Adjektive?

Sexualsprache

Suche im Wörterbuch oder im Internet die Bedeutung folgender Wörter:
  • Substantive: der Schwanz, die Muschi, die Fotze, die Hure, der Puff, der Sack, die Tunte, die Schlampe.
  • Verben: ficken, vögeln, wichsen.
  • Adjektive: geil, schwul.

Materialien zum Schimpfenlernen

  1. Hier findest du eine Liste mit 10 bekannten Schimpfwörtern mit englischer Übersetzung. Manche sind gant normal, andere etwas vulgär.
  2. Episode von Easy German zu deutschen Schimpfwörtern.
  3. Kleines Schimpfwortlexikon mit velen bayrischen Ausdrücken.
  4. Sehr komplettes Schimpfwortlexikon, das ständig aktualisiert wird.
  5. Episode von Get Germanized zum Thema Fluchen und Schimpfen (schwer).
  6. Hier ein video mit zimelich vulgären Schimpfwörtern mit englischer Übersetzung.
  7. Hier findest du Anleitungen zum "elegant schimpfen". In dieser kurzen Audiodatei erklärt man dir, welche Ausdrücke vulgär sind.
  8. Auch im deutschen Southpark wird viel geschimpft und geflucht.

Schreibe mit der Information dieses Artikels und der Materialien zum Schimpfenlernen dein eigenes kleines Schimpfwörterlexikon. Du kannst es alphabetisch ordnen oder in den Kategorien Tiernamen, Flüche und Gotteslästerungen, Tabubrüche, Fäkalsprache und Sexualsprache. Vor allem bei Nummer 1, 2 und 4 gibt es viele interessante Wörter.

Quellenangabe

Kronsbein, Joachim. (1999). Die Deutschen schimpfen anders. Der Spiegel, (44/1999). Letzter Zugriff am 9. Juni 2017. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15014245.html